Die wichtigsten Begriffe rund um Gartenbahn und Dampflok – kurz und verständlich erklärt. Ideal zum Nachschlagen, wenn auf dem Fahrtag oder in einer Bauanleitung ein Wort fällt, das man nicht kennt.
A
- Achsfolge
- Kurzschreibweise für die Anordnung der Achsen einer Lok. Großbuchstaben stehen für gekuppelte (gemeinsam angetriebene) Achsen – A = eine, B = zwei, C = drei, D = vier –, Ziffern für Laufachsen ohne Antrieb. Ein Strich (′) kennzeichnet Achsen in einem Drehgestell, ein kleines „o“ einzeln angetriebene Achsen. Beispiele: D = vier gekuppelte Achsen, B′B′ = zwei Drehgestelle mit je zwei gekuppelten Achsen, Bo′Bo′ = zwei Drehgestelle mit einzeln angetriebenen Achsen.
- Akkulok
- Lok mit Elektromotoren, die aus Akkus gespeist werden – bei Gartenbahnen meist 12 oder 24 Volt. Viele Modelle von Dieselloks fahren so. Leise, schnell einsatzbereit und ohne Kesselprüfung.
- Anheizen
- Das Feuer im Kessel entfachen und den Dampfdruck aufbauen. Solange die Lok noch keinen eigenen Zug durch das Blasrohr hat, hilft ein Anheizgebläse, das auf den Schornstein gesetzt wird und die Rauchgase absaugt.
B
- Bausatz
- Lok oder Wagen zum Selberbauen. Je nach Hersteller reicht die Spanne von Teilen, die noch gedreht und gefräst werden müssen, bis zu fertig bearbeiteten Teilen, die nur noch montiert werden. Mehr dazu im Einstieg.
- Bedienwagen
- Der Wagen direkt hinter der Lok, auf dem der Lokführer sitzt und die Lok bedient. Bei kleineren Loks sitzt man nicht auf, sondern hinter der Maschine – der Bedienwagen trägt dann oft auch Kohle und Wasser.
- Blasrohr
- Düse in der Rauchkammer, durch die der verbrauchte Dampf aus den Zylindern in den Schornstein strömt. Der Dampfstrahl reißt die Rauchgase mit und erzeugt einen Unterdruck, der Luft durch das Feuer saugt – je mehr die Lok arbeitet, desto stärker brennt das Feuer. Daher das typische Auspuffgeräusch.
- Bläser (Hilfsbläser)
- Ventil, mit dem Frischdampf aus dem Kessel in den Schornstein geblasen wird. So bleibt das Feuer auch im Stand angefacht, wenn kein Abdampf aus den Zylindern kommt.
D
- Dampfzylinderöl
- Spezielles, sehr zähes Öl für Zylinder und Schieber von Dampfmaschinen. Es muss am heißen Dampf haften bleiben und darf sich nicht einfach auswaschen lassen. Für Nassdampf und Heißdampf gibt es unterschiedlich zähe Sorten. Zugeführt wird es über den Öler.
- Drehgestell
- Drehbar gelagertes Fahrwerk mit meist zwei Achsen unter Lok oder Wagen. Lange Fahrzeuge kommen so auch durch enge Kurven.
E
- Echtdampf
- Lok, die wie das Vorbild mit echtem Dampf aus einem befeuerten Kessel fährt – im Gegensatz zu Akku- oder Verbrennerloks. Gefeuert wird bei 5 und 7¼ Zoll meist mit Kohle, teilweise auch mit Gas oder Öl.
F
- Feldbahn
- Schmalspurbahn, meist mit 600 mm Spurweite, wie sie früher in Ziegeleien, Torfwerken, Steinbrüchen und auf Baustellen fuhr. Wegen ihrer kleinen Fahrzeuge ein beliebtes Vorbild für Gartenbahnen. Erhaltene Feldbahnen finden Sie auf unserer Seite Museums-, Park- & Feldbahnen.
- Feuerbüchse
- Der Raum im Kessel, in dem das Feuer brennt. Sie ist von Wasser umgeben; die heißen Rauchgase ziehen von dort durch die Rohre zur Rauchkammer.
G
- Gastfahrer
- Wer mit der eigenen Lok auf der Anlage eines anderen Vereins fährt. Was dafür nötig ist – Anmeldung, passende Kupplung, Nachweis der Kesselprüfung –, legt jeder Betreiber selbst fest. Am besten vorher nachfragen.
- Gleis- und Radmaße
- Damit Fahrzeuge verschiedener Hersteller auf jedem Gleis sicher laufen, gibt es Empfehlungen für Spurweite, Radprofil, Spurkranz und Radstand. Die Werte finden Sie auf unserer Seite Normen.
H
- Heißdampf
- Dampf, der nach dem Kessel im Überhitzer zusätzlich erhitzt wurde. Er enthält kein Wasser mehr, dehnt sich stärker aus und arbeitet wirtschaftlicher. Zylinder für Heißdampf brauchen ein besonders hitzebeständiges Dampfzylinderöl.
I
- Injektor
- Dampfstrahlpumpe ohne bewegliche Teile, die Wasser gegen den Kesseldruck in den Kessel speist. Ein Dampfstrahl reißt das Wasser mit und beschleunigt es so stark, dass es das Rückschlagventil am Kessel aufdrückt. Funktioniert nur mit kaltem Speisewasser zuverlässig.
K
- Kessel
- Das Herz der Dampflok: Hier wird Wasser durch das Feuer zu Dampf. Gartenbahnkessel bestehen meist aus Kupfer oder Stahl.
- Kesselprüfung (Druckprüfung)
- Regelmäßige Prüfung des Kessels, meist mit Wasserdruck über dem Betriebsdruck, dazu die Kontrolle von Sicherheitsventil und Armaturen. Die Ergebnisse werden im Kesselprüfbuch festgehalten. Welche Prüfung wie oft verlangt wird, unterscheidet sich je nach Land und Anlage – fragen Sie beim Betreiber nach.
- Kreuzkopf
- Gleitstück zwischen Kolbenstange und Treibstange. Es läuft in einer Führung und nimmt die seitlichen Kräfte auf, damit die Kolbenstange gerade bleibt.
- Kuppelstange
- Stange, die die Räder mehrerer Achsen miteinander verbindet, damit alle gemeinsam angetrieben werden.
- Kupplung und Puffer
- Verbindung zwischen den Fahrzeugen. Bei Gartenbahnen sind Mittelpufferkupplungen verbreitet; Höhe und Bauart sind nicht überall gleich – wichtig, wenn Sie als Gastfahrer unterwegs sind.
L
- Lichtraumprofil
- Der Raum über und neben dem Gleis, der frei bleiben muss, damit Fahrzeuge und Fahrer nirgends anstoßen – etwa an Brücken, Tunneln, Bahnsteigen oder Bäumen.
M
- Manometer
- Druckanzeige am Kessel. Sie zeigt, wie viel Dampfdruck gerade vorhanden ist – eine rote Marke kennzeichnet den zulässigen Höchstdruck.
- Maßstab
- Verhältnis zwischen Modell und Vorbild, z. B. 1:8 oder 1:11. Er hängt davon ab, welche Spurweite das Vorbild hatte: Eine Normalspurlok ist auf 7¼ Zoll etwa im Maßstab 1:8 gebaut, auf 5 Zoll etwa 1:11. Schmalspurvorbilder werden auf derselben Spur deutlich größer dargestellt. Umrechnen können Sie mit dem Gartenbahn-Rechner.
- Mittelpufferkupplung
- Kupplung mit einem einzelnen Puffer in Fahrzeugmitte, kombiniert mit Bolzen oder Haken. Typisch für Schmal- und Feldbahnen und bei Gartenbahnen weit verbreitet.
N
- Nassdampf
- Dampf direkt aus dem Kessel, der noch feine Wassertröpfchen enthält. Viele kleinere Gartenbahnloks fahren ohne Überhitzer mit Nassdampf.
Ö
- Öler (Zylinderöler)
- Gerät, das dem Dampf auf dem Weg zu den Zylindern laufend Dampfzylinderöl zuführt. Verbreitet sind mechanische Öler, die von der Lok selbst angetrieben werden, und Verdrängungsöler, in denen kondensierendes Wasser das Öl nach und nach herausdrückt.
P
- Parkeisenbahn
- Kleine Bahn in einem Park oder Freizeitgelände, meist auf 381 bis 600 mm Spur, mit der Besucher mitfahren können. Eine Übersicht finden Sie auf unserer Seite Museums-, Park- & Feldbahnen.
- Promille (Steigung)
- Steigungen werden bei Bahnen in Promille angegeben: 10 ‰ bedeutet einen Meter Höhenunterschied auf 100 Meter Strecke. Auf Gartenbahnen sind schon wenige Promille für Lok und Fahrer deutlich spürbar.
R
- Rauchkammer
- Der vordere Teil des Kessels unter dem Schornstein. Hier sammeln sich die Rauchgase, bevor das Blasrohr sie hinausbefördert. Die vordere Tür lässt sich zum Reinigen öffnen.
- Regler
- Das „Gaspedal“ der Dampflok: ein Ventil, mit dem der Lokführer bestimmt, wie viel Dampf in die Zylinder strömt.
S
- Schieber
- Steuert, wann Dampf in den Zylinder ein- und wieder ausströmt. Er wird von der Steuerung bewegt.
- Sicherheitsventil
- Öffnet automatisch, wenn der Kesseldruck den zulässigen Wert erreicht, und bläst überschüssigen Dampf ab. Es ist das wichtigste Sicherheitsteil am Kessel und wird bei der Kesselprüfung kontrolliert.
- Speisepumpe
- Pumpe, die Wasser in den Kessel fördert – als Achspumpe, die beim Fahren mitläuft, oder als Handpumpe. Viele Loks haben zur Sicherheit zwei unabhängige Speisemöglichkeiten, etwa Achspumpe und Injektor.
- Spurkranz
- Der überstehende Rand an der Innenseite des Rades, der das Fahrzeug im Gleis führt.
- Spurweite
- Abstand zwischen den Innenkanten der Schienen. Bei Gartenbahnen zum Mitfahren sind in Europa vor allem 5 Zoll (127 mm) und 7¼ Zoll (184 mm) verbreitet. Welche Spur zu Ihnen passt, erklärt der Einstieg.
- Steuerung
- Gestänge, das die Schieber bewegt und damit Fahrtrichtung und Füllung bestimmt. Die bekannteste Bauart bei Dampfloks ist die Heusinger-Steuerung (international „Walschaerts“). Verstellt wird sie vom Führerstand aus mit der Umsteuerung.
T
- Tender und Tenderlok
- Der Tender ist ein angehängter Wagen mit Wasser und Kohle. Eine Tenderlok trägt diese Vorräte dagegen selbst – in Kästen neben oder hinter dem Kessel.
- Treibstange
- Überträgt die Kraft vom Kreuzkopf auf ein Treibrad. Von dort verteilen die Kuppelstangen den Antrieb auf die übrigen Achsen.
Ü
- Überhitzer
- Rohre, durch die der Dampf nach dem Kessel noch einmal durch die heißen Rauchgase geführt wird. Aus Nassdampf wird so Heißdampf.
- Umsteuerung
- Hebel oder Spindel im Führerstand, mit dem die Steuerung auf vorwärts oder rückwärts gestellt wird. Je nach Stellung bekommt der Zylinder mehr oder weniger Dampf („Füllung“).
W
- Wasserstandsglas
- Glasrohr am Kessel, an dem man sieht, wie viel Wasser im Kessel ist. Der Wasserstand darf nie unter die Markierung fallen – sonst können Teile des Kessels überhitzen.
- Weiche
- Gleisverbindung, über die ein Zug auf ein anderes Gleis wechseln kann. Das Herzstück ist der Kreuzungspunkt der Schienen; Radlenker führen die Räder dort sicher hindurch.
Z
- Zylinder
- Hier arbeitet der Dampf: Er drückt den Kolben hin und her, die Bewegung geht über Kolbenstange, Kreuzkopf und Treibstange auf die Räder.
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